Warum die Arbeit von Produktionsschulen und Jugendwerkstätten so wichtig ist

Liebe Leserinnen und Leser,

 

die Überschrift zu unserem ersten Newsletter in diesem Jahr (Warum Charitymarket glücklich macht) können wir natürlich kaum übertreffen. Versuchen wir daher auch gar nicht.

 

Da im Frühjahr allgemein die Ärmel hochgekrempelt und Neues angefangen wird, dieses Mal also:

 

Warum die Arbeit von Produktionsschulen und Jugendwerkstätten so wichtig ist

 

Da sitzt man nun als Teenager: Die Hormone spielen verrückt und alle erwarten, dass man hochkonzentriert an seiner Karriere arbeitet. Oder zumindest weiß, was man in den nächsten 50 Jahren beruflich machen will. Obwohl man sich schon in der Schule auf den langweiligen Kram kaum konzentrieren kann. Gibt ja auch Wichtigeres: die erste Liebe und rumhängen mit den Freunden, die Welt entdecken und ausprobieren, wie das Leben denn so ist, wenn man darauf losgelassen wird.

 

Alle die in dieser Zeit für irgendein Fach in der Schule besonders brennen, weil sie es so richtig spannend finden: Glück gehabt. Die Überflieger, denen alles zufliegt und die immer früh ins Bett gehen, ausgeruht sind und sich daher auch so gut konzentrieren können, sowieso. Einige haben vielleicht ein Vorbild, dem sie nacheifern können und sind deswegen so richtig konzentriert bei der Sache. Die anderen haben entweder Eltern, die mit sanftem Druck dafür sorgen, dass man bei der Sache bleibt oder aber… Pech gehabt.

 

Alle die, die in die letzte Kategorie fallen, müssen sich nun irgendwie selbst motivieren. Gar nicht so einfach. Weil man ja immer noch Teenager ist und …siehe oben. Und plötzlich gibt es doch noch eine Option, den Joker, mit dem man gar nicht mehr gerechnet hat. Weil man noch schulpflichtig ist und sowieso in Schule und Co. seine Zeit verbringen muss: In einer Produktionsschule oder Jugendwerkstatt ausprobieren, was man kann und was einem Spaß bringt und dabei den Schulabschluss machen. Zumindest so viel Spaß, dass man sich eventuell damit anfreunden könnte für eine gewisse Zeit damit sein eigenes Geld zu verdienen und unabhängig zu sein. Oder schwer begeistert ist, weil die Arbeit richtig Spaß bringt und man sich mit dem, was man macht, wohlfühlt. Falls dann doch noch eine andere Vision auftaucht, was man im Leben erreichen möchte, kann man sich dem dann ja später ganz entspannt widmen.

Charitymarket.de - Bundesverband der Produktionsschulen: Meine dritte Chance
Bundesverband der Produktionsschulen: Meine dritte Chance

Und ohne den Joker Produktionsschule und Jugendwerkstatt? Tja, da muss sich der ehemals unmotivierte Teenager irgendwann das wohlgestylte Haupt schütteln und selbst loslegen. Ganz alleine und ohne Hilfe. Und das macht es ganz bestimmt nicht einfacher. Aber selbst ehemals transusige Teenager werden irgendwann erwachsen und fragen sich dann: War das alles? Will ich immer so vor mich hindösen? Geht da noch was? Gibt es vielleicht etwas, was mir wirklich Spaß bringen könnte?

 

An alle Teenager in den Produktionsschulen und Jugendwerkstätten:

Glück gehabt – Macht was draus!

Ihr könnt alles erreichen, was ihr wollt, wenn ihr nur bereit seid, hart genug dafür zu arbeiten!

 

Und an alle Teenager ohne Schulabschluss, die sich bisher nicht für eine Produktionsschule oder Jugendwerkstatt begeistern konnten:

Viele Grüße von der Verfasserin dieses Newsletters, einem „ehemals transusigen Teenager“.

Ja, es geht auch alleine und irgendwann später. Erstaunlich, was man alles erreichen kann, wenn man will.

Aber mit Hilfe als Teenager und vor dem „später“ ist es so viel leichter.

 

 

Und was war sonst noch?

 

Vor einigen Wochen ein Besuch bei der Produktionsschule Harburg:

Der Text oben kommt nicht aus heiterem Himmel. Da stand also der „ehemals transusige Teenager“ mit leuchtenden Augen in den Werkstätten der Produktionsschule Harburg:

Tischlerei und Metallarbeiten für Mädchen! Seufz. Das wäre was gewesen. Dann gäbe es aber heute Charitymarket nicht.

 

Das Jubiläum - 20 Jahre Produktionsschule Altona

Kurz darauf feierte die älteste Produktionsschule der Republik, die Produktionsschule Altona, ihr 20jähriges Jubiläum mit einem kleinen Empfang, ausgerichtet mit den Produktionsschülern.

 

Liebe PSA, nachträglich noch einmal alles Gute für die nächsten 20 Jahre.

Und liebe Produktionsschüler der PSA, das Catering war absolut lecker und alle Schüler, die bei der Essenszubereitung oder z. B. beim Servieren, an der Garderobe oder dem Empfangen der Gäste mitgearbeitet haben: Das war wirklich professionell. Wenn ihr so weiter macht, müssen sich die Profis warm anziehen!

 

In diesem Sinne, genießen Sie alle die ersten warmen Tage.

 

Viele Grüße vom Charitymarket